Zelten im Juli - Volkers und Tinas Reiseblog - Reisewut

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Keldur - eine alte Hofanlage

Herausgegeben von Tina in Zelten im Juli · 21/8/2015 21:13:12
Tags: Island2015Keldur

In Keldur sind die ältesten erhaltenen Torfhäuser Islands. Sie sind in typisch isländischer Weise erbaut und an diesem historischen Ort hat von 974 bis ungefähr 1000 bereits Ingjaldur Höskuldsson aus der Njálssage gelebt.

Wir haben es uns nicht entgehen lassen, auf unserem weiteren Weg dorthin einen Abstecher zu machen.







Besonders hat es mir das kleine Häuschen der Hofanlage direkt an einer Quelle angetan, einfach süß.
















Das Wohnen in Keldur war, wie üblich damals auf Island, wohl nach heutigen Maßstäben nicht gerade luxuriös. Dieses Bild hier mag einen Eindruck verschaffen:














In jedem Fall berührt es mich immer auf eine besondere Weise, wenn ich an Orten bin, an denen schon vor langer langer Zeit Menschen gelebt haben.



Þakgil - eine Perle beim Mýrdalsjökull

Herausgegeben von Tina in Zelten im Juli · 21/8/2015 19:48:56
Tags: Island2015Þakgil

22. bis 24. Juli

Am südöstlichen Rand des Gletschers Mýrdalsjökull liegt Þakgil. Das ist ein sehr wettergeschütztes Tal, weshalb der Name auch das Wort "Dach" enthält.

In diesem schönen Tal liegt der Campingplatz, der unsere nächste Station bildete.

Schon der Weg dorthin war eindrucksvoll. Höchst interessante Felsformationen, teils schroffe kahle Lava, dann wieder grün bewachsene Hänge:














Auch der Blick über die Flussbetten dort war faszinierend. Die Wege des Wassers dort ändern sich häufig und nur schwer vorhersehbar.














Hier der Blick in das Tal hinein, auf den Campingplatz. Es ist sozusagen ein Sackgassental.
















Ein hübscher Bach fließt am Talrand entlang, mit Vegetation in allen möglichen und unmöglichen Grüntönen.

Die Kinder der Campenden spielen darin gern und wenn es isländische Kinder sind, dann auch bis Mitternacht. Schlau von den Eltern, so schlafen die Kleinen morgens länger und kicken die Eltern nicht zu früh aus dem Schlaf.













Am Ende des Tals nach einer Miniwanderung ist ein netter Wasserfall, der in einen kleinen See stürzt. Den haben wir uns natürlich angesehen.
















Volker war wieder sportlich und hat eine längere Wanderung gemacht bis zu einem Punkt dicht beim Gletscher.

Ich muss zugeben: Da hab ich wohl was verpasst.

Aber andererseits:

600 Höhenmeter sind auch nix für meine Flachlandgene. Volker hat die eigentlich auch, aber er hat sich überwunden. Da hat er sich die schönen Eindrücke auch redlich verdient.





















Landmannalaugar - Landschaft schön, Zeltplatz gruselig

Herausgegeben von Volker in Zelten im Juli · 14/8/2015 21:22:48
Tags: Island2015LandmannalaugarHólaskjól

21. bis 22. Juli

Nachdem wir uns eine kleine Auszeit vom Campen gegönnt haben ging es wieder voll in Sachen. Landmannalaugar, eines DER Ziele im Hochland, stand auf dem Plan. Also getankt und frisch los. Der Weg den wir wählten war der über die 26, die später zur F26 wird, bis zum Landmannalaugarleið, der F225.








Diese Straße lohnt schon alleine den Weg. Immer wieder tun sich neue Ausblicke auf, die eine oder andere Furt ist zu queren bis man schließlich Landmannalaugar erreicht.

Alles in allem keine schwer zu befahrende Straße. Kurz vor Landmannalaugar kreuzt die F208 die 225, eine andere Möglichkeit hierher zu kommen.






Danach kommt man endlich zum Ziel der Reise und muss, wenn man denn nicht zu Fuß gehen will, die letzte und größte Furt meistern. Zum Glück haben wir ja das richtige Auto und müssen nicht draußen bleiben.

Angekommen stellen wir fest, dass hier der Bär steppt. Hunderte von Menschen, Autos, Busse in der ansonsten menschenleeren Gegend. Schlangen vor den Toiletten, vor der Information, auf allen Wegen sieht man Menschen sich wie Ameisen fortbewegen. Nach kurzer Zeit ist uns klar: hier wollen wir nicht übernachten. Uns ist das zuviel.







Wo wir aber schon mal da sind gehen wir noch etwas wandern. Landmannalaugar wird seinem Ruf gerecht, unglaublich farbenfroh zu sein.

Bei diesem sehr blaugrünen Berg direkt beim Campingplatz beginnt unsere kleine Wanderung.















Landmannalaugar ist auch ein Geothermalgebiet, wie hier zu sehen ist. Es dampft an vielen Stellen aus dem Boden.














Die Farbenpracht der Berge hier ist wirklich faszinierend.
















In Wirklichkeit sind die Berge noch bunter als auf den Bildern und man bekommt schon Lust auf mehr, wenn man das erlebt.














Allerdings treffe ich, Volker, auch Wanderer, die über den Laugarvegur von Süden gekommen sind und ich erkundige mich nach den Bedingungen. Diese sind offensichtlich sehr schlecht. Die Wanderer, fitte junge Männer, abgekämpft, aber glücklich es geschafft zu haben. "Viel Schnee, unsere Schuhe sind durchgeweicht" berichten sie. Ob ich den Weg wirklich noch wie geplant wagen will in zwei Wochen?

Nach dem netten Rundgang durch die bunten Berge und durch die rauchenden Schlote erkundigen wir uns nach etwas Kartenstudium nach dem Zustand der F208 Richtung Süden bei der Information.

Da es nicht negatives zu berichten gab ging es dann weiter Richtung Süden. Die F208 zeichnet sich auch durch viele tolle Aussichten aus. Wenn es auch einige schwierigere Furten als auf der F225 gibt ist sie es sicher wert gefahren zu werden.


Nach einer Weile kommen wir zur Eldgjá - einer Spalte, die 150 m tief und bis zu 600 m breit ist. Sie gehört schon zum Vatnajökull--Nationalpark und soll 934 bei einem Vulkanausbruch ausgebrochen sein und kollossale Mengen Lava ausgeworfen haben.










Nachdem wir uns satt gesehen haben ziehen wir weiter und kommen schließlich in Hólaskjól an, einer Rangerstation. Hier gibt es einen schnuckeligen Campingplatz und wir beschließen zu bleiben. Genau so wie es uns gefällt. Die Aufseherin dort ist freundlich und wir kommen ins Gespräch. Wir sind nicht die einzigen hier, denen in Landmannalaugar zuviel los ist. Eine Gruppe ist hier, die jeden Tag zum wandern dort hin fährt und hier übernachtet. Unser Zelt steht schnell und ein schöner Tag geht zu Ende.

Am nächsten Vormittag machen wir noch eine kleine Wanderung in die unmittelbare, auch sehr hübsche Umgebung, bevor wir weiterfahren.
















Neuer Top-Platz der "Zeltplätze mit schöner Lage"

Herausgegeben von Tina in Zelten im Juli · 13/8/2015 21:00:38
Tags: Island2015BásarMyrdalsjökull

18. bis 20. Juli

Es war gar nicht leicht hinzukommen, nach Básar. Básar liegt auf der Südseite der Krossá, das Gebiet heißt "Goðaland", also Götterland. Man muss nördlich am Eyafjallajökull vorbei dann auf den Mýrdalsjökull zu. Es geht über eine wirklich rauhe Straße und man muss dabei mehrere Wasserläufe furten. Aber unser Auto und wir haben das gut geschafft.

Mit der Krossá selbst ist nicht zu spaßen, und es wird immer wieder dringend davon abgeraten, sie zu durchqueren. Die Strömung ist stark und sie ändert ständig ihren Lauf. Darum gibt es auch so rollbare Brücken, die können dann dementsprechend verschoben werden.












Die Mühe lohnt sich aber jedenfalls, das "Götterland" ist wunderschön. Der Mýrdalsjökull ist hier zu sehen, davor die Krossá in ihrem breiten Bett.














Und was tut man nicht alles für so einen Ausblick aus dem Zelt?

Wir konnten uns gar nicht sattsehen an der schönen Landschaft. Ich hatte ja über den Zeltplatz in Heydalur in den Westfjorden geschrieben, dass er für mich der bis dahin schönstgelegene ist. Der Zeltplatz in Básar hat ihn klar vom Thron gestoßen und nimmt nun den Spitzenplatz ein.








Es ist alles sehr grün und bewachsen dort, ganz anders als man sich üblicherweise Island vorstellt.

Auf einer kleineren (wir beide) und einer größeren (Volker) Wanderung haben wir dieses wunderschöne Fleckchen Erde genossen.










Dort könnte ich auch eine ganze Woche verbringen, aber es gibt ja noch so viele andere schöne Orte, also brachen wir am Montag wieder auf. Auf dem Rückweg sind wir aber noch einmal kurz falsch abgebogen und zack - bekamen wir noch eine weitere Gletscherzunge serrviert, zum Abschied sozusagen.










Schön wars. Vielleicht gibt es  ein Wiedersehen während einer künftigen Reise.



Mars Attacks und anderes

Herausgegeben von Tina in Zelten im Juli · 9/8/2015 15:18:03
Tags: Island2015SkjólGeysirStrokkur

15. bis 18. Juli

Die Karte mit den Markierungen, wo wir bei unserer diesjährigen Islandreise schon waren, füllt sich weiter:



Nach unserer Hochlanddurchquerung haben wir ein paar Tage auf dem Campingplatz Skjól verbracht, der sich als Beinamen "in the middle of nowhere" gegeben hat. Nun, wir waren schon "more nowhere", aber es ist außerhalb jeder Ortschaft und es war ein Erlebnis, dazu weiter unten.

Der Campingplatz liegt in Sichtweite des Geysirs und so kann man aus einer gewissen Entfernung die Ausbrüche des Strokkur beobachten, die alle vier bis acht Minuten vorkommen. Dazu schrieb ich ja schon nach einem vorherigen Besuch und hatte dazu eine Bildsequenz eingestellt. Hier nun auch ein Video so eines Ausbruchs:

http://youtu.be/Ptxp53_5JPM


Wir haben die Aussicht genossen, gelesen, entspannt und eine kleine Wanderung auf der touristisch quasi unerschlossenen Seite des Gullfoss gemacht.

Das Auto abgestellt und dann durch Lupinenfelder und Steinwüste zwei Kilometer zum Wasserfall gelaufen.










Der sieht von dort dann so aus, auf dem gegenüberliegenden Ufer die Touristen auf der voll erschlossenen, mit Holzwegen versehenen Seite:














So weit, so schön und bis Freitag abend auch so friedlich. Dann stellte sich heraus, dass das Restaurant des Campingplatzes der Wochenendtreffpunkt für die Jugendlichen der Umgebung ist (sonst ist da auch tatsächlich nix) und der Campingplatz der Treffpunkt für die ältere Generation. Und dann haben wir erlebt, wie es ist, wenn Isländer verschiedenen Alters freidrehen :-)

Freitagabend. Mit der Zeit füllt sich das Restaurant, die Gläser werden offensichtlich auch immer wieder gefüllt und in die vorhandenen jungen Isländer geleert. Deren Alkoholpegel und Lautstärke steigen parallel steil an, nicht jede Unterhaltung bleibt friedlich.

Irgendwann mitten in der Nacht entscheiden sich einige, die Zugriff auf die Pferde des banachbarten Reiterhofes haben, dass JETZT eine gute Gelegenheit ist, mit etwa 50 Islandpferden ein paar Runden um den Campingplatz zu tölten (Tölt = spezielle Gangart von Islandpferden) und sich dabei so laut zu unterhalten, dass es auch der Strokkur noch hören würde, wenn er Ohren hätte.

Parallel zu all dem singen auf der anderen Seite des Platzes diverse isländische Seniorinnen und Seniorenen so etwas - ja, was? - so etwas wie eine Mischung aus Country und Volksmusik? Jedenfalls isländisch, recht speziell und proportional zum dort ebenfalls sehr offensichtlich steigenden Alkoholpegel zunehmend lauter und wagemutiger. Ich fühle mich an den Film Mars Attacks erinnert - in dem mit ebenfalls sehr spezieller Country-Musik die Köpfe der bösen Außerirdischen zum Platzen gebracht werden konnten.

Gegen halb eins erwäge ich, mir Stöpsel in die Ohren zu stecken und zu schlafen, aber die ganze bizarre Geräuschkulisse übt irgendwie eine morbide Anziehung auf mich aus. Ich entscheide, dass ich die weitere Entwicklung doch gern hören will und denke, dass ich mir um eventuelles Platzen meines Kopfes wohl keine Sorgen zu machen brauche, da ich ja irdisch und nicht marsianisch bin.

Nun, irgendwann, nachdem wir uns wiederholt gegenseitig mitgeteilt hatten, wie bizarr das alles ist und darüber herzlich lachten, schlief ich doch ein - und wachte gegen vier Uhr morgens von einem sehr - wirklich sehr - lauten Knall auf. Am nächsten Morgen war klar und unübersehbar: Das Riesenhüpfkissen für Kinder - etwa sechs mal zehn Meter groß - war geplatzt und lag schlaff als Riesenplastiklaken auf der Erde.

Diese Nacht wird uns in ihrer absurden Art unvergessen bleiben, aber wir brauchen sie auch nicht noch einmal :-)



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